Wenn ich falle, stehe ich wieder auf und gehe weiter

Mit 21 Jahren war ich schwer krank – magersüchtig, mit harten Drogen angefangen, depressiv und in einer destruktiven Beziehung.

Irgendwann war ich so am Ende, dass ich mir das Leben nehmen wollte. Doch genau in der Sekunde, als ich anfangen wollte, 100 Schlaftabletten zu nehmen, klingelte mein Telefon und mein Freund war dran. Da wusste ich INTUITIV, dass das kein Zufall ist und irgendetwas nicht will, dass ich das tue.

Das war 1995. Seitdem arbeite ich an meiner Heilung sowie an meiner persönlichen und spirituellen Entwicklung.

Es gab Phasen von extremem Selbsthass und Selbstzerstörung. Doch ich habe mich Schritt für Schritt aus sämtlichen Süchten und ungesunden Abhängigkeiten befreit.

Zunächst einmal habe ich Hilfe angenommen. Ich ließ mich von einer Heilpraktikerin mit Reiki behandeln und machte Psychokinesiologie. Ich begann spirituelle Bücher zu lesen, fing an zu meditieren und mich mit anderen Leuten zu umgeben.

So habe ich mich Schritt für Schritt aus ungesunden Abhängigkeiten befreien können, habe angefangen mich bewusster zu ernähren, zu entgiften etc.

2001 hatte ich noch mal eine depressive Phase und ging für acht Wochen in eine psychosomatische Klinik. Da räumte ich innerlich noch mehr auf und heilte einiges. Ich habe auch klassische Psychotherapie gemacht, fand aber nicht, dass sie mir zu dem Zeitpunkt geholfen hat. Ich überlegte, was ich will, und wollte gerne Psychologie studieren, also holte ich mein Abitur nach.

Natürlich gab es Rückfälle, doch ich wurde auf eine Art immer geführt.

Irgendwann habe ich die Heilpraktikerin gewechselt und bin noch mal in Therapie bei einer anderen Frau gegangen. Sie ist bis heute meine Begleiterin und seit vielen Jahren meine Energiemeisterin/spirituelle Lehrerin.

Heute lebe ich sehr clean und bewusst. Es geht mir gut, ich bin mit mir verbunden und lebe wieder gern und mit Freude. Ich richte mich immer wieder auf das aus, was ich wirklich will. Und wenn ich allein nicht weiterkomme, hole ich mir auch Unterstützung.

Wenn ich falle, stehe ich wieder auf und gehe weiter. Ich öffne mich für neue Wege, neue Informationen und gehe auf eine Art immer tiefer. Ich schaue, was mir Freude bereitet, was mich erfüllt, was mich nährt, wo Energie drin ist und das in möglichst allen Lebensbereichen. Ich bin quasi auf einem „Dauer-Aufräum-Heilungs-Bewusstwerdungs-Trip“  …

Ich verändere immer wieder Räume, Menschen, Tätigkeiten, wenn ich spüre, dass sie mir nicht mehr guttun. Zum Beispiel Arbeitsplätze: Früher wollte ich gerne als Therapeutin arbeiten. Nach meiner Ausbildung zur Ergotherapeutin war ich im sozialpsychiatrischen Bereich tätig – um festzustellen, dass das überhaupt nicht meins ist. Also habe ich gekündigt. Nach acht Jahren im öffentlichen Dienst war auch diese Zeit um, weil es mir nicht mehr guttat, ich mich dort nicht mehr weiterentwickeln konnte. Also habe ich gekündigt.

Ich versuche, so gut ich kann, mir und meiner Wahrheit treu zu bleiben. Mich nicht von Ängsten bestimmen zu lassen. Und ich investiere schon seit vielen Jahren sehr viel in meine innere Entwicklung.

Wenn ich Symptome habe, gehe ich diesen auf den Grund und löse das dahinterliegende Problem. Ich schaue mir alles bewusst an, stelle mich meinen Schmerzen, meinen Ängsten, meinen Schatten. Ich achte auf meine wahren Bedürfnisse und meinen Körper. Ich versuche mich nur mit Menschen zu umgeben, die mir guttun und gehe einer Arbeit nach, die mich erfüllt. Ich achte auf meinen Stresspegel und sorge immer wieder dafür, in die Selbstverbundenheit zu kommen. Ich richte mich immer wieder auf die PRÄSENZ aus und arbeite daran, mich aus falschen Identifikationen zu befreien. Ich entwickle mich konstant weiter und verlasse auch immer wieder bewusst meine Komfortzone.

Irgendwann habe ich mich gefragt, was eigentlich die ESSENZ der inneren Arbeit ist, um gesund zu werden und sich aus den Abhängigkeiten zu befreien, und meine Antwort war: SELBSTLIEBE.

Deswegen heißt mein Unternehmen auch so.

Auf Grund meiner eigenen Leidens- und Heilungsgeschichte ist es mir ein Bedürfnis, andere Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst mehr zu lieben und fürsorglicher mit sich selbst umzugehen.

Melanie Dewanger

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Antworten

  1. Ich bin sehr berührt von diesem Bericht: Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich
    darauf achte, was mir guttut und was nicht und dass ich das immer wieder neu für mich erfühlen muss, damit es mir gutgeht. Vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht.